Interkulturelle Intelligenz in der „Ära der Mobilität“

Kulturelle Intelligenz als Teil der sozialen Kompetenz, die Fähigkeit zum Nachvollziehen der Denkmuster, Geschichtsbilder und Zukunftshoffnungen andersartiger Kulturen. Eine Wahrnehmung, die den fremden Blick miteinbezieht und dadurch weiter greift.

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Ihren Kollegen geschäftlich in Südamerika. Einige von Ihnen sprechen und verstehen Spanisch, eine Kollegin spricht Portugiesisch. Sie sitzen im Taxi auf dem Weg zu Ihrem Geschäftspartner, den Sie hier das erste Mal in seinen Geschäftsräumen treffen. Da eine Produktion angeschlossen ist, befindet sich das Betriebsgelände außerhalb des Großstadtkerns. Ihr Taxi ist nicht mit einem Navigationsgerät ausgestattet. 
Der Taxifahrer weiß nicht genau, wo die Firma zu finden ist, fährt allerdings in das richtige Industriegebiet. Sie sind bereits spät dran. Ein Kollege ist besonders gestresst. Am Ende rufen Sie in der Firma an und Ihr Geschäftskontakt erklärt dem Fahrer, wo er genau hinfahren muss. Sie kommen 30 Minuten später als vereinbart zum Meeting. 
Die Stimmung untereinander ist gereizt. Ihre Geschäftspartner empfangen Sie mit Freude.

Zeit ist in dieser Situation nicht so wichtig. Was zählt ist, dass Sie den weiten Weg aus Deutschland gekommen sind und hier vor Ort vor allem die Beziehung zu Ihrem Geschäftspartner aufbauen. Das Verständnis für das Thema Zeit und Beziehungsmanagement ist hier kulturell unterschiedlich gewichtet.

Amerikanische Experten nehmen an, dass interkulturelle Kompetenz eine dynamische Entwicklung  ist, sozusagen ein Prozess. In diesem Prozess sind unterschiedliche Dimensionen involviert, die nach Persönlichkeit, Kultur und Situation variieren. Interkulturelles Lernen ist somit eine fortdauernde Persönlichkeitsentwicklung. 
In einer interkulturellen Situation geht es deshalb immer darum, effektiv und angemessen interagieren zu können.